Ganz entscheidend ist, dass die Gelenke entlastet werden. Für Übergewichtige bedeutet dies in erster Linie, das Körpergewicht zu verringern. Andere Entlastungsmöglichkeiten sind orthopädische Hilfen wie Handstock, Pufferabsätze, Innenranderhöhungen der Schuhe und dergleichen. Werden die Gelenke ohne Belastung bewegt, so wird die Gelenkinnenhaut besser durchblutet und das Knorpelgewebe besser ernährt. Bewegung ist also das A und O um dem Fortschreiten einer Arthrose entgegenzuwirken. Besonders geeignet sind Schwimmen, Rad fahren, Nordic Walking, Wandern und Skilanglauf.
Physiotherapie
Solange die Arthrose ruht und keine Beschwerden verursacht, sind keine speziellen Maßnahmen erforderlich. Treten Schmerzen auf, wird zunächst eine Schmerzbehandlung durchgeführt. Anschließend folgt eine nebenwirkungsarme längerfristige medikamentöse Therapie, die von physiotherapeutischen Maßnahmen unterstützt wird. Je nach Beschwerdebild können Krankengymnastik oder Muskeltraining sowie physikalische Therapie (z.B. Massagen, Wärme- Kältebehandlung, Elektrotherapie in Form von Interferenzstrombehandlung, Transkutaner Elektrischer Nervenstimulation TENS, Kurz- bzw. Mikrowellen- und Ultraschallbehandlung) die Muskulatur verbessern und dadurch die Gelenke stützen. Im Rahmen der Alternativen Medizin werden auch Akupunktur, Magnetfeldtherapie und Pulsierende Signaltherapie (PST) zur Behandlung der Arthrose eingesetzt.
Operative Therapie
Besonders im Bereich des Hüft- und Kniegelenkes kommen verschiedene operative Eingriffe zum Einsatz. Gelenkerhaltende Verfahren sollen die Funktion des betroffenen Gelenkes verbessern oder erhalten. Hierzu gehören Umstellungsoperationen (bei X- oder O-Beinen, Hüftdysplasie etc.). Bei frischen Knorpelverletzungen sind mithilfe der Arthroskopie Knorpelschäden behandelbar (Lavage, Abrasionsarthroplastik, Chondroplastik). Allerdings setzen diese gelenkerhaltenden Verfahren voraus, dass Knorpel- und Knochenoberfläche noch nicht vollständig zerstört sind.
Ist das Gelenk so schwer beeinträchtigt und schmerzhaft, dass keine konservativen Methoden in Frage kommen, ist der Ersatz des Gelenkes durch eine Endoprothese erforderlich. Hierbei wird das verschlissene durch ein künstliches Gelenk aus hochwertigem Metall und Kunststoff ersetzt. Ein künstliches Gelenk kann zwanzig Jahre oder länger funktionsfähig bleiben. Inzwischen macht die Biotechnologie große Fortschritte, vor allem im Bereich der künstlichen Gewebeanzucht (tissue engineering). Dabei kann aus patienteneigenen Zellen neues Knorpelgewebe gezüchtet und implantiert werden, bevor der Knochen angegriffen und geschädigt wird. Obwohl auf diesem Gebiet der Forschung stete Fortschritte verzeichnet werden, müssen die Erwartungen der Betroffenen auf eine erfolgreiche Therapie derzeit noch gebremst werden.
Gelenk-ersetzende Operationen so spät wie möglich
Beim Gelenkersatz werden die zerstörten Gelenkanteile entfernt und durch künstliche Gelenkteile beziehungsweise ganze Gelenke (Endoprothesen) ersetzt. Die Erfolgschancen der Operation variieren aber in Abhängigkeit des versorgten Gelenkes. Obwohl sie aus hochwertigsten Materialien wie Titan gefertigt sind, halten auch künstliche Gelenke nicht ewig. Aus diesem Grund versucht man vor allem bei jungen Arthrosepatienten, den operativen Gelenkersatz so lange wie möglich hinaus zu zögern.
Nun konnten finnische Forscher in einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung Erstaunliches zeigen: Die Haltbarkeit der Endoprothesen steigt, wenn die Behandelten bereits älter waren.
Damit bestätigen die Wissenschaftler, was die meisten Mediziner ihren Patienten raten – den operativen Eingriff so lang wie möglich hinaus zu zögern. Oberstes Gebot also, den Krankheitsverlauf von Arthrose mit einer Reihe von therapeutischen Maßnahmen zu verlangsamen. Dazu zählt Abnehmen, regelmäßige belastungsarme Bewegung und das Hemmen der Entzündungsprozesse im Gelenk, um den weiteren Knorpelverfall zu bekämpfen.
Eine Operation sollte also immer so spät wie möglich erfolgen.